Rezension zu Wilder Girls von Rory Power

Seit achtzehn Monaten steht das Mädcheninternat von Raxter Island unter Quarantäne, denn eine gefährliche Seuche hat sich ausgebreitet: Bei den Schülerinnen löst sie grausige Mutationen aus, die Lehrerinnen starben eine nach der anderen. Die Natur auf der Insel ist wild und unberechenbar geworden. Zum Überleben braucht man Freundinnen, die alles für einen tun würden – so wie Hetty und Reese für Byatt. Denn als Byatt verschwindet, beginnen die beiden eine verbotene Suche, bei der sie auf grausamere Wahrheiten stoßen, als sie es sich je hätten ausmalen können …

Meine Meinung

Wilder Girls hatte ich beim Stöbern entdeckt, sowohl Cover als auch Inhalt haben mich direkt angesprochen und als das Ebook reduziert war habe ich zugeschlagen. Ich hatte auf spannende Lektüre gehofft, und die habe ich auch bekommen, zusätzlich war es auch noch ordentlich brutal, aber beginnen wir mal am Anfang.

Raxter Island steht unter Quarantäne und damit auch das Mädcheninternat, natürlich voller Mädchen. Gleich zu Beginn wird klar, ein Teil der Schülerinnen ist bereits verstorben, an der Tox. Tox, so wird beschrieben, was da vor sich geht. Die Mädchen auf dem Internat, allen voran ihre Lehrerinnen und die Direktorin versuchen alles, damit sie weiterhin überleben, bis es ein Gegenmittel gibt müssen die Mädchen auf der Insel bleiben. Die Regierung unterstützt mit Vorräten und Medikamenten, doch viele der Mädchen haben immer öfter Schübe. Die drei Freundinnen Hetty, Byatt und Reese stehen vor großen Herausforderungen in ihrem Alltag. Doch dann erleidet Byatt, die beste Freundin von Hetty und Reese einen starken Schub und ist plötzlich verschwunden. Hetty und Reese macht sich auf die Suche nach ihrer Freundin und entdeckt eine furchtbare Wahrheit…

Hetty, Reese und Byatt sind Freundinnen, bereits vor der Tox haben die drei viel gemeinsame Zeit verbracht. Nach der Tox haben sie zwar jede für sich eigene Schicksale erlitten, doch gemeinsam ist es für die drei auszuhalten. Dann wird Hetty befördert zum Bootsmädchen, eine Stelle, die Reese schon viele Monate haben will. Es gibt einen großen Streit und Byatt erleidet einen Schub. Reese und Hetty müssen trotz ihrer Streitereien zusammen halten und begeben sich auf die Suche nach Antworten, doch was sie finden, wird alles verändern.

Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Hetty und Byatt. Hetty ist einem gleich sympatisch, obwohl ich zu Beginn der Geschichte noch das Gefühl hatte, dass Hetty eher das schwächste Glied der drei Freundinnen ist. Allerdings stellte sich mein Eindruck recht schnell als falsch heraus. Hetty und Byatt sind beste Freundinnen, schon vom ersten Tag an in Raxter, Reese kam erst später dazu, dennoch hat die Konstellation der drei auch trotz der Seuche gehalten. Sie sind ein festes Team, das sicher hier und da so seine Probleme hat, aber recht schnell man doch, dass die drei ungeahnte Kräfte aufbringen für diese Freundschaft. Es gibt eine kleine Romanze, ich will da aber nicht so viel verraten, aber sie ist queer.

Das Setting hat mir richtig gut gefallen. So düster, die Vorstellung einer abgeschiedenen Insel, ein Mädcheninternat und dann diese Seuche. Die Szenen der Schübe, aber auch die Tiere und Pflanzen, die plötzlich unheimlich sind. Das war richtig gut und ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen.

Es wird grausam und brutal und die Triggerwarnung des Verlages ist definitiv angebracht. Wer zart besaitet ist, der sollte von dieser Geschichte Abstand nehmen, es ist schon deutlich Richtung Horror angesiedelt.

Ich habe online schon einige Rezensionen verfolgt und vor allem wurde bemängelt, dass es nicht genug Aufklärung am Ende geben würde. Da muss ich sagen, dass es für mich absolute Aufklärung gab, allerdings nicht die ganze Lösung direkt, sondern eher immer wieder Häppchen die am Ende dann das Geschehen auch rund machten, man muss also schon ein wenig aufpassen bei Lesen, dass einem nichts entgeht und die Puzzleteile Stück für Stück zusammensetzen.

Fazit

Ich habe Wilder Girls verschlungen, man kann die Geschichte gar nicht mehr aus der Hand legen. Für mich war die Geschichte trotz der vielen negativen Meinungen definitiv ein Highlight, ich werde die Wilder Girls noch länger in Erinnerung haben und empfehle die Geschichte allen, die es grausam und düster mit viel Spannung mögen. Allen anderen rate ich davon ab, nicht umsonst gibt es eine deutliche Triggerwarnung.

Von mir bekommen die Wilder Girls 5 von 5 Salatköpfen.

Buchinfos
Wilder Girls
AutorIn: Rory Power
ÜbersetzerIn: Andrea Bottlinger
352 Seiten im Print
Piper Verlag

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