Rezension zu Bevor ich dich sah von Emily Houghton

Nur wenn du verwundbar bist, wird dich die Liebe finden

Als Alice Gunnersley ausgerechnet das Krankenhausbett neben dem immer gut gelaunten Alfred Mack zugeteilt wird, kann sie ihr Pech kaum fassen. Denn während Alfie in einer Tour quasselt, will Alice einfach nur ihre Ruhe haben. Seit sie mit schweren Verbrennungen ins St.-Francis-Hospital eingeliefert wurde, spricht sie mit niemandem, vermeidet jeden Blick in den Spiegel und hält den Vorhang, der ihr Bett vom Rest der Station trennt, fest verschlossen. Als sie eines nachts jedoch hört, wie Alfred heftige Albträume quälen, wird ihr klar, dass sie nicht die einzige ist, die mit ihrem Schicksal hadert. Von nun an teilen sie Nacht für Nacht ihre Ängste und Sorgen miteinander. Gemeinsam stellen sie fest, dass es in Ordnung ist, wenn das Leben mal nicht in Ordnung ist. Dass die unsichtbaren Verletzungen oft mehr weh tun als die sichtbaren. Dass die Welt da draußen manchmal mehr Mut erfordert als ein Krankenhausaufenthalt. Und dass man sich in einen Menschen verlieben kann, ohne ihn je gesehen zu haben…

Meine Meinung

Dieses Buch ist eher durch einen Zufall in meinem Regal gelandet. Der Klappentext klang nach einer Liebesgeschichte ohne Gezicke, daher habe ich zugegriffen und ich habe das Buch sogar recht zügig in die Hand genommen und gelesen.

Alice ist ein Workaholic, und das Schlimmste, sie merkt das nicht mal. Sie ist so mit ihrer Arbeit beschäftigt, dass sie nicht bemerkt, dass sie im Grunde keine Freunde hat. Das Verhältnis zu ihrer Mutter ist sagen wir mal „angespannt“. Bei einem Feuer wird Alice lebensgefährlich verletzt, doch sie überlegt, mit schweren Verletzungen. Und das ist der Moment, in dem ihr klar wird, dass sie nicht weiß, ob es Menschen gibt, die an sie denken, oder ob sie, wenn sie sterben würde, vergessen und nie dagewesen wäre.
Alfred, Alfie, ist das genaue Gegenteil von Alice. Er liebt die Menschen um sich herum, hat eine starke Verbindung zu seinen Eltern, doch auch er hat mit den Folgen eines Unfalles zu kämpfen. Seine Verletzungen sind da nicht mal das größte Übel.
Alice und Alfie sind plötzlich Bettnachbarn, und irgendwie teilen sie auch ein ähnliches Schicksal…

Ich mochte den Stil der Autorin, leicht und flüssig führt die Autorin durch die Geschichte. Sie erzählt die Geschichte aus der Sicht von Alice und Alfie abwechselnd, so dass man beide Seiten gut beleuchtet bekommt. Die Grundidee hat mir gut gefallen, die Umsetzung war sowohl traurig als auch mit so viel Humor. Das einzige, dass mir echt nicht so zugesagt hat war das Ende.

Alice ist verschlossen, traumatisiert, und dieser wirklich nervige Bettnachbar Alfie, der redet ständig, macht doofe Rätsel und dennoch kann sich sich ihm nicht entziehen. Wie kann man bloß immer so unverschämt gut drauf sein? Allerdings denkt Alice das nur, bis sie das erste Mal mitbekommt, dass Alfie jede Nacht Albträume hat.
Alfie ist ein Sonnenschein, allerdings ist das eine Fassade, außer ihm darf das aber niemand wissen. Er hat genug Leid gesehen, und er will seine Familie nicht verletzen. Er kämpft, auch, wenn es schwer ist, aber er hält die Menschen um sich herum bei Laune.

Ich mochte die Entwicklung der Charaktere, auch, wenn mir Alfie deutlich sympathischer war als Alice. Die Liebesgeschichte war niedlich, und ich hatte ein paar nette Lesestunden. Ich hoffe, dass wir von der Autorin Nachschub bekommen.

Fazit

Eine wirklich nette Geschichte, ich fand die Umsetzung gut und mochte die Charaktere. Alles in Allem wirkliche eine angenehme Lektüre. Lediglich das Ende war nicht ganz so wie ich es mir gewünscht hätte.

Von mir bekommen Alice und Alfie 4 von 5 Salatköpfen.

Buchinfos

Bevor ich dich sah
AutorIn: Emily Hougton
ÜbersetzerIn: Stefan Lux
432 Seiten im Paperback
Heyne Verlag

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