HörbuchRezension zu Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers – Wayfarer Band 1 –

Willkommen an Bord der Wayfarer!

Becky Chambers hat mit Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben, die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt.

Als die junge Marsianerin Rosemary Harper auf der Wayfarer anheuert, wird sie von äußerst gemischten Gefühlen heimgesucht – der ramponierte Raumkreuzer hat schon bessere Zeiten gesehen, und der Job scheint reine Routine: Wurmlöcher durchs Weltall zu bohren, um Verbindungswege zwischen weit entfernten Galaxien anzulegen, ist auf den ersten Blick alles andere als glamourös.

Die Crewmitglieder, mit denen sie nun auf engstem Raum zusammenlebt, gehören den unterschiedlichsten galaktischen Spezies an. Da gibt es die Pilotin Sissix, ein freundliches und polyamoröses reptilienähnliches Wesen, den Mechaniker Jenks, der in die KI des Raumschiffs verliebt ist, und den weisen und gütigen Dr. Chef, der einer aussterbenden Spezies angehört.

Doch dann nimmt Kapitän Ashby den ebenso profitablen wie riskanten Auftrag an, einen Raumtunnel zu einem weit entfernten Planeten anzulegen, auf dem die kriegerische Rasse der Toremi lebt. Für Rosemary verwandelt sich die Flucht vor der eigenen Vergangenheit in das größte Abenteuer ihres Lebens.

Meine Meinung

Eines der Hörbücher, auf das ich wirklich sehr gespannt war. Um diese Reihe schwirre ich schon etwas länger herum, und da ich im Moment deutlich mehr Hörbücher höre, als ich Bücher lese, war ich echt begeistert, dass es Hörbuch gibt für diese Reihe.

Tatsächlich muss ich sagen, dass ich etwas völlig anderes erwartet habe. Mir war überhaupt nicht klar, dass es sich um eine Space Opera handelt. Ja was soll ich sagen, Sci-Fi ist nicht unbedingt das Genre in dem ich mich super gut auskenne. Aber man lernt noch immer dazu und mir hat das Hörbuch trotz meines Unwissens echt gut gefallen.

Die Autorin erzählt die Geschichte auf so wundervolle Weise, der Stil ist großartig und man kann sich wirklich vorstellen auf der Wayfarer zu sein und durch die unendlichen Weiten zu reisen. Die Crew der Wayfarer ist ganz besonders. Rosemary stößt neu dazu und ist zu Beginn noch etwas schüchtern. Ich rechne ihr hoch an, dass sie in den gefährlichen Momenten nicht direkt die Flucht ergriffen hat. Aber vor allem mochte ich dieses zerbrechliche Wesen, dass sie ist, und dass sie sich so gut in andere hineinversetzen kann. Diese Lovestory, die sie erlebt, das ist wirklich wundervoll.

Kapitän Ashby liebt die Wayfarer und er ist ein echter Spacer. Er lebt für seinen Job, aber vor allem für seine Crew. Er versucht immer das richtige zu tun, und er ist bereit alles zu riskieren, um ihnen allen ein besseres Leben zu ermöglichen.
Sissix ist die Pilotin der Wayfarer und beste Freundin von Ashby. Sissix ist ein reptilienähnliches Wesen, sie ist weit weg von Zuhause und hat sich wirklich ständig mit dem Fachmann für Algen Corbin in der Wolle. Über Corbin erfährt man einiges, dass für alle schwer zu glauben ist. Kizzy und Jenks sind für alles technische auf der Wayfarer zuständig und hin und wieder auch für alles das Spaß macht. Dr. Koch ist die gute Seele auf der Wayfarer, ohne ihn gibt es weder was zu essen, noch einen Arzt. Und dann gibt es da noch Ohan und die KI Lovey. Das sind bei weitem noch nicht alle Charaktere, aber definitiv die Hauptcharaktere.

Die Handlung beginnt recht seicht mit Rosemary. Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd, so dass alle Charaktere mal dran kommen. Die Sprecherin Martha Kindermann hat vor allem die Charaktere herausragend gesprochen. Sie verleiht jedem Charakter eine andere „Stimme“ das ist dermaßen beeindruckend.

Die Autorin erzählt von einer Welt, in der es große Diskriminierung gibt. Die Wesen in dieser Geschichte leben in der Zukunft und dennoch müssen sich sich noch immer mit Vorurteilen und Hass herumschlagen. Die Autorin wählt ihre Worte weise und schafft so eine Geschichte, die nicht nur inhaltlich begeistert, sondern vor allem zum Nachdenken anregt. Ich finde die Autorin zeigt auch wunderbar, wie viele Facetten die Liebe haben kann. In der heutigen Zeit ein wahrer Schatz, und ich hoffe, dass diese Reihe begeistert gehört und gelesen wird.

Fazit

Für mich ist Becky Chambers die Cassandra Clare der Sci-Fi. Eine beeindruckende Welt, Charaktere mit denen man sich identifizieren kann, und eine Geschichte die noch lange in einem nachhallt. Ich habe lange nichts gehört, dass sprachlich so großartig war und vor allem so tiefgründig war. Für mich ein Highlight, mit dem ich nicht gerechnet habe.

Von mir bekommt der erste Teil der Wayfarer Reihe 5 von 5 Salatköpfen.

Buchinfos

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten
Wayfarer Reihe Band 1
AutorIn: Becky Chambers
ÜbersetzerIn: Karin Will
SprecherIn: Martha Kindermann
17 Std. 9 Minuten Spielzeit
Argon Verlag

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