Rezension zu Das schwarze Herz des Winters – Unholy – von Emily A. Duncan

»Mach dich gefasst auf ein eisiges, blutiges Abenteuer, in dem die Monster dein Herz stehlen und Liebe sich als Albtraum herausstellt.« Roshani Chokshi  

Eine junge Frau, die mit den Göttern sprechen kann, muss ihr Volk retten, ohne sich selbst zu zerstören. Ein Thronfolger in Gefahr muss entscheiden, wem er trauen kann. Ein Rebell mit dunklen Kräften wartet in den Schatten auf seine Gelegenheit. Nur gemeinsam können sie den König besiegen und den Krieg beenden.

Das schwarze Herz des Winters
Unholy – Band 1 –
geschrieben von Emily A. Duncan
übersetzt von Regina Jooß
448 Seiten
Piper Verlag

Meine Meinung

Dieses Buch hat bereits einige Schlagzeilen gemacht. Gegen die Autorin wurden Rassismus Vorwürfe laut. Emily A. Duncan hat sich entschuldigt und sich klar von Rassismus distanziert. Hierzu erlaube ich mir persönlich keine Meinung.
Ich werde hier ausschließlich die Geschichte bewerten, in dieser habe ich keinen Rassismus feststellen können. Es geht hier um einen jahrelangen Krieg zwischen Kalyazin und Tranavia, in diesem wird es natürlich blutig, darauf liegt aber definitiv nicht der Schwerpunkt der Geschichte.

Nadezha Lapteva, Nadya, lebt versteckt in einem Kloster in Kalyazin. Sie ist die letzte Klerikerin und von den Göttern gesegnet. Die Götter sprechen mit ihr und helfen Nadya mit ihren göttlichen Fähigkeiten. Als das Kloster vom Prinzen – Serefin Meleski – von Tranavia überfallen wird, kann Nadya fliehen. Auf ihrer Flucht trifft Nadya einen Ketzer und seine zwei Begleiter. Nadya ist sich sicher, dass sie den König von Tranavia stürzen muss um den schon lange andauernden Krieg zu beenden. Doch mit dem Ketzer zusammen arbeiten bedeutet ein Risiko, und die Götter sind von diesem Plan alles andere als begeistert. Serefin Meleski versucht in der Zwischenzeit zu ergründen, warum sein Vater ihn abzieht von der Jagd auf die Klerikerin. Die Pfade der beiden scheinen sich zu überschneiden, doch für beide auf unerwartete Weise.

Die Autorin erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Nadya und Serefin. Das war für die Erklärungen auch wichtig, so bekommt der Leser beide Perspektiven näher gebracht. Ich muss sagen, das erste Drittel dieser Geschichte hat mich wirklich all meine Mühe gekostet. Die vielen slawischen Begriffe, die fremden Orte, und die vielen Namen, das war echt nicht so einfach zu verstehen. Ich habe darüber nachgedacht abzubrechen, aber die Handlung war einfach zu verlockend, ich habe also bis zum Ende gelesen und es auch nicht bereut. Denn das zweite Drittel und vor allem das letzte Drittel waren richtig gut und spannend.

Nadya ist ziemlich überzeugt von sich als Klerikerin und vor allem in ihrem Glauben an die Götter unerschütterlich. Zumindest dachte sie das. Als sie auf den Ketzer trifft, ist sie sich sicher, dass ihr Hass größer ist als das Verständnis. Doch je länger sie mit dem Ketzer zusammen ist, desto häufiger kann sie Verständnis für den Blutmagier aufbringen. Nadya ist mit sich selbst im Kampf. Zusätzlich muss sie die Mission erfüllen, schließlich muss sie den König töten, um ihr Land zu befreien. Doch das könnte schwieriger werden als Nadya gedacht hat.
Serefin ist am liebsten unterwegs um den Krieg voran zu bringen. Er will sein Land in den Sieg führen, aber vor allem will er Abstand von seinem Vater haben. Man könnte sagen, dass die beiden überhaupt kein Verhältnis zueinander haben, und so kann Serefin dem Hass seines Vaters aus dem Weg gehen. Am liebsten betrinkt Serefin sich, nur den Kater morgens, auf den könnte er verzichten.
Es gibt natürlich noch einige andere Charaktere aber ich werde hier erstmal nicht mehr verraten, schließlich schmälert das ja auch die Spannung.

Für mich fehlte leider komplett ein Glossar, bei so vielen fremden Begriffen finde ich das für den Leser wirklich übersichtlicher. So kann man auch einfach immer wieder nachsehen bei Unklarheiten.

Die Autorin hat eine spannende und düstere Welt erschaffen. Der Krieg dauert schon viele Jahre an, entsprechend leiden die Menschen in den Ländern. Ich würde diese Geschichte eher bei Dark Fantasy einordnen. Es ist definitiv High Fantasy, aber doch echt düster, mit Göttersagen und Blutmagiern. Mir hat die komplexe Mischung sehr gut gefallen und ich werde auch den zweiten Teil, der im Januar 2022 erscheint, lesen. Für den dritten Teil gibt es bisher noch keinen Termin für die deutsche Übersetzung.

Übrigens gehört dieses Buch nicht mehr in die Jugendfantasy, falls da noch Unklarheiten bestehen sollten. Die Charaktere sind Anfang 20, da würde ich die Leserschaft auch einordnen. Der Verlag hat das Buch auch im Fantasy, Dark Fantasy Bereich.

Fazit

Für mich hat die Autorin eine spannende Mischung aus Dark Fantasy und High Fantasy geschaffen. Die Charaktere sind speziell, und das erste Drittel ist wirklich zäh zu lesen. Da muss der Leser etwas Durchhaltevermögen mitbringen, aber dann wird man mit einer spannenden und rasanten Geschichte belohnt.

Von mir bekommt der Auftakt 4 von 5 Salatköpfen.

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