Rezension zu Larissas Vermächtnis von Katrin Biber

Rezension zu Larissas Vermächtnis von Katrin Biber

1. Mai 2020 0 Von Julia

2013 verschwindet Katrin Bibers Schwester Larissa spurlos auf dem Heimweg von einer Party. Kurz darauf wird klar, dass ihr damaliger Freund sie aus Eifersucht ermordet hat. Es folgt eine lange schmerzvolle Zeit für Katrin und ihre Familie. Auch viele Angehörige und Freunde sind mit der Situation vollkommen überfordert. Irgendwann fragt sich Katrin, was ihre lebenslustige Schwester in ihrer Situation wohl getan hätte. Also zieht sie ihre Sportschuhe an und beginnt, ihrer Trauer mit Bewegung zu begegnen – es wirkt! Katrin Biber erzählt, wie sie es geschafft hat, das erste Jahr nach dem Schicksalsschlag zu überstehen und wieder positiv durchs Leben zu gehen. Geleitet hat sie dabei stets das Lebensmotto ihrer Schwester: »Lebe. Lache. Liebe.«

Larissas Vermächtnis
Sachbuch/Einzelband
Autor/in: Katrin Biber
Seiten: 304
Piper Verlag

Meine Meinung

Dieses Buch ist in meiner Leseliste wirklich die absolute Ausnahme. Selten lese ich Bücher, die über Schicksale erzählen, wahre Geschichten, aber wenn, dann interessieren sie mich thematisch wirklich. Dieses Buch habe ich entdeckt und wollte unbedingt hinein lesen. Und dann habe ich es einfach in einem Atemzu gelesen. Und jetzt muss ich es erstmal sacken lassen.

Die Geschichte beginnt mit einem netten Abend und endet mit dem Mord an Larissa. Ihre Familie muss das schlimmste durchmachen, dass es gibt und jeder geht mit dieser Situation anders um. Die Familie droht auseinander zu brechen, kaputt zu gehen an der Trauer, die jedes Familienmitglied anders im Griff hat. Katrin beschreibt die Situation und vor allem den langen Weg aus der Trauer zurück ins Leben.

Ich muss sagen, als Schwester ein Buch zu schreiben, über diese schlimmen Erfahrungen, und dann alles so ehrlich zu erzählen ist sehr mutig. Schließlich beschreibt die Autorin vor allem ihre eigenen Erfahrungen, ich kann mir schon vorstellen, dass das nicht immer leicht war, auch die eigenen dunklen Seiten zu beleuchten. Aber diese gehören eben zur Geschichte dazu.

Die Autorin beschreibt die Situation der Angehörigen, ihren langen Weg, das Leben auf die Reihe zu bekommen. Die Familie droht an dem Druck fast zu zerbrechen, die Lücke zwischen ihnen ist durch Larissas Tod so unendlich groß geworden. Trauer hat viele Gesichter, und ich bin sicher, dass dieses Buch für Betroffene sicher ein Segen sein wird. Endlich sagt mal jemand, dass es okay ist mit Trauer auf seine Weise umzugehen. Doch die Autorin sagt auch, es ist wichtig, einen Weg zu finden, aus der Trauer heraus, wenn man bereit dazu ist.

Die Autorin selbst hat im Laufen bzw. Sport und Bewegung einen Weg gefunden. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, anderen Menschen in ihrer Trauer zu helfen, und sie zu begleiten. Ich habe Respekt, vor dieser Familie, die es geschafft hat nicht zu zerbrechen.

Vielen Dank an Netgalley und den Verlag für das Ebook Exemplar.

Fazit

Ein wirklich beeindruckendes Buch, dass noch einige Tage nachwirken wird in meinen Gedanken.

Volle Punktzahl, wenn man so ein Buch denn überhaupt bewerten sollte.