Rezension zu Die Arena – Grausame Spiele – von Hayley Barker – Band 1 –

London in der nahen Zukunft. Die Gesellschaft hat eine Spaltung vollzogen: Die Pures leben komfortabel und luxuriös, während die Dregs ausgegrenzt, geächtet und unterdrückt werden. Manchen Familien der Dregs werden ihre Kinder entrissen und zum „Zirkus“ gebracht, wo die jungen Artisten zum Amüsement der Pures hungrigen Löwen begegnen oder waghalsige Hochseilakte liefern.
Hoshiko ist der Star auf dem Hochseil – sie vollbringt jeden Abend Unglaubliches, 15 Meter über dem Boden, ohne Fangnetz. Jede Vorführung könnte ihre letzte sein – und genau darauf lauern sensationslüstern und mit fasziniertem Grauen ihre Zuschauer. Doch dann begegnet Hoshiko dem Sohn einer hochrangigen Pure-Politikerin, Ben, der den Zirkus besucht – und verliebt sich in ihn, gegen alle Regeln. Ben begreift erst nach und nach die Realitäten, die hinter seinem komfortablen Leben stehen und wendet sich gegen seine eigene Klasse – für Hoshiko, das Mädchen, das er liebt. Um sie zu retten, begibt er sich in tödliche Gefahr.

Die Arena – Grausame Spiele – von Hayley Barker
Band 1
Diologie
480 Seiten
Wunderlich Verlag

Meine Meinung

Dieses Buch besticht direkt auf den ersten Blick durch sein Cover. Der Klappentext klang verheißungsvoll nach einer Liebesgeschichte, aber auch nach einer spannenden Geschichte. Die Sache mit dem Zirkus war für mich was neues, also musste ich dieses Buch natürlich haben.

London in der Zukunft. Die Pures regieren grausam die Welt. Die Dregs sind minderwertige Menschen und müssen den Pures dienen. Hoshiko ist schon viele Jahre beim Zirkus, sie muss „Kunststücke“ zur Unterhaltung der Pures machen. Das sichert ihr Überleben, es sei denn, sie stürzt tödlich. Bei einer wichtigen Vorstellung fällt Hoshiko vom Seil, sie bekommt unerwartet Hilfe. Von einem Pure, und zwar nicht irgend einem Pure, sondern Ben Baines. Dieser Moment verändert das Leben der beiden.

Ich muss ehrlich sagen, ich bin ohne Erwartungen an diese Geschichte gegangen. Die Autorin hat einen angenehmen Schreibstil und das Wechseln der Perspektiven zwischen Ben und Hoshiko empfand ich als wirklich angenehm. Als Leser kann man so wirklich gut in beide Leben eintauchen.

Brutal und überwältigend düster beschreibt die Autorin das Geschehen. Es ist nicht neu, dass es Menschen gibt, die sich als etwas besseres sehen. Die Pures sind genau so. Für sie sind die Dregs weniger Wert als Tiere. Die Dregs sind der Abschaum auf der Welt und die Pures haben wirklich abartige Methoden um sie das auch spüren zu lassen. Leider muss ich sagen ist der Weltentwurf erschreckend realistisch. Im Grunde beschreibt die Autorin für mich den absoluten Albtraum. Mit jeder Seite kamen neue unglaubliche Dinge ans Licht. Ich kann nicht so viel sagen, das würde wirklich sehr spoilern. Aber es ist schockierend, wie weit Menschen aus Hass gehen könnten.

Ich finde, die Autorin hat hier eine Geschichte geschrieben, die voller tiefer Gefühle steckt. Abscheu und Hass gibt es in rauen Mengen, aber es gibt auch Liebe, Hoffnung, Sehnsucht. Ich finde es gut, wie die Autorin die Liebesgeschichte aufzieht. Ich habe gelesen, dass es einigen Lesern zu schnell ging. Ich glaube aber, dass die Art und Weise der Autorin genau richtig war. Denn wenn man jahrelang so viel Hass erfährt, seelisch und körperlich leidet, kaum noch existiert, dann ist Liebe eben nicht wie aus dem Bilderbuch. Ich glaube sie überflutet einen einfach, die Sehnsucht wird vermutlich unaussprechlich groß und man würde alles für dieses Gefühl tun. Und genau so ist auch die Liebe von Hoshiko und Ben. Wie eine riesige Welle, die alles überschwemmt.

Ben macht für mich die größte Veränderung in dieser Geschichte durch. Er muss sich gegen seine furchtbare Mutter stellen, gegen seine Familie, das ganze System. Aber er überwindet sich, für die einzige Sache, für die es sich für ihn zu kämpfen lohnt. Denn auch sein Leben ist nicht gerade von Liebe geprägt.
Hoshiko musste ihre Familie früh verlassen. Sie lebt vor allen in ihren wenigen Erinnerungen und versucht Greta und Amina zu beschützen. Ihre Familie ist nun der Zirkus und sie hangelt sich von Vorstellung zu Vorstellung. Sie verliert langsam die Hoffnung, dass es eines Tages einmal ein anderes Leben für sie geben könnte.

Der Abschluss der Diologie liegt schon bereit und ich hoffe, dass ich ihn ganz bald lesen werde. Ich möchte unbedingt wissen, wie es für Ben und Hoshiko ausgeht.

Fazit

Für mich eines der besten und vor allem wichtigsten Geschichten des Jahres. Alle die es düster, dystopisch und tiefgründig mögen, die sind hier definitiv richtig.

Von mir bekommt der Auftakt 5 von 5 Salatköpfen.

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