Rezension zu Marwani – Mitten ins Herz – von Maren Dammann

Klappentext

„Mira ist stark. Stärker als jeder andere. Sie hat es nur vergessen.“

Seit Mira im Rollstuhl sitzt, hat sie jegliche Freude verloren. Und dass ihre Eltern auch noch ein Haus direkt neben einem Pferdehof kaufen, bringt das Fass zum Überlaufen: Weder mag Mira Pferde noch wird sie hier jemals neue Freunde finden, denn ihre alten sind natürlich in der Heimat geblieben. Doch dann galoppiert Marwani in ihr Leben. Die Schimmelstute ist wild, temperamentvoll, selbstbewusst und ungezähmt – genau wie Mira sich früher auch gefühlt hat, bevor sie den Unfall hatte. Mit der Zeit stellt Mira fest, dass sie und Marwani mehr gemeinsam haben, als sie denkt. Außerdem hat es ihr Dan, der etwas schüchterne aber talentierte Stalljunge, ebenfalls angetan. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja doch Wunder …

Buchinfos

Marwani: Mitten ins Herz von Maren Dammann | Einzelband
Seiten: 288 | Planet! by Thienemann u. Esslinger

Meine Meinung

Ich habe eine Schwäche für Pferdegeschichten. In meiner Jugend habe ich diese Geschichten verschlungen, wie vermutlich die meisten Mädchen. Das Cover hat mich sehr angesprochen und des passt sehr zu der Atmosphäre der Geschichte. Verträumt und liebevoll, das kam für mich direkt rüber. Ob die Geschichte da mithalten konnte?

Miras normales Leben ändert sich von heute auf morgen, ein unbedachter Abend und ein Unfall zerreißen ihren Alltag. Plötzlich sitzt sie im Rollstuhl und ist allein. Das Leben um sie herum geht weiter und Mira leidet sehr unter der Situation. Ihre Eltern ziehen mit ihr und ihrer Schwester aufs Land, direkt neben einen Pferdehof. Sie hoffen, dass eine neue Umgebung Mira aus ihrer Lethargie reißen kann. An einem ihrer grauen Tage sieht sie eine Schimmelstute von ihrem Fenster aus, sie spürt eine Verbindung. Vielleicht ein Weg aus Miras Dunkelheit?

Der Stil der Autorin hat mir gut gefallen. Man spürt die Liebe zu den Pferden und befindet sich schnell auf dem Pferdehof. Mira war zu Beginn der Geschichte so voller Wut, ebenso wie Marwani. Beide haben so viel Leid erlebt, sie sind zerbrochen und versuchen nun gemeinsam, die Einzelteile wieder zusammen zu setzen.

Mira lernt auf dem Hof Dan kennen, den Stallburschen des Pferdehofs. Sie freunden sich langsam an und Mira bemerkt, dass Dan nicht nur ihren Rollstuhl sieht. Er sieht wirklich sie, obwohl sie so kaputt ist. Dan ist ein netter Kerl, er will immer das richtige tun und begibt sich dabei oft in schwierige Situationen. Auch Dan hat eine Vergangenheit, die er lieber vergessen würde. Aber vielleicht können die beiden ja einen Neuanfang wagen?

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, ich empfand aber vor allem gegen Ende, nicht mehr alles als so logisch. Das Ende hätte definitiv einige Seiten mehr vertragen können, die Logik hat so wirklich gelitten. Ich entspreche jetzt nicht unbedingt dem angesprochenen Lesealter, aber ich denke auch eine 12-jährige würde hier und da kleine Fehler bemängeln. Ich hätte mir hier also einige Seiten mehr gewünscht.

Beispiel Spoiler:

Gegen Ende begibt Mira sich in eine gefährliche Situation. Ihr Vater ermutigt sie noch und lässt sie mit Dan, völlig alleine ziehen. Das ist nur ein Beispiel, gerade das Ende war hier und da doch etwas unglaubwürdig.

Dennoch muss ich sagen, dass die Geschichte liebevoll zusammen gefügt wurde. Die Charaktere sind stark und Marwani ist ein besonderes Pferd.

Vielen Dank an Netgalley und den Verlag für das Rezensionsexemplar.

Fazit

Insgesamt eine wirklich schöne Geschichte. Die Liebesgeschichte ist süß geworden und auch der Spannungspegel ist nicht zu bemängeln. Die Logik gerade gegen Ende hätte etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen dürfen.

Von mir bekommen Mira und Marwani 3 von 5 Salatköpfen.

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