Dystopie,  Einzelband,  Jugendbuch,  Südpol Verlag

Rezension zu Jaguarkrieger von Christine Ziegler

Klappentext

Der große Krieg liegt mehr als 20 Jahre zu­rück. Berlin ist weitgehend zerstört und atomar verseucht – bis auf das Areal von Sektor 1, das den Reichen vorbehalten ist. Der 16-jährige Will schlägt sich als illegaler Computerspieler durch. Als „Rückläufer“ – genoptimiert und aussortiert, da er den Vorstellungen seiner Eltern nicht entsprochen hat – verfügt er über eine extrem schnelle Auge-Hand-Koordination und außergewöhnliche Reflexe. Er ist der Anführer der Jaguarkrieger, einem Gamer-Clan, der vor allem von der armen Bevölkerung verehrt wird. In den Geisterhäusern der Vororte findet er zusammen mit seinen Freunden Unterschlupf, immer auf der Flucht vor den Sicher­heitsbeamten aus Sektor 1. Als die ihn in die Enge treiben, muss Will in die aufgegebenen Gebiete fliehen. Doch die Jagd auf ihn geht weiter, bis er sich dem Kampf stellt …

Buchinfos

Jaguarkrieger
Autor/in: Christine Ziegler
Einzelband
Seiten: 352
Südpol Verlag

Meine Meinung

Durch Zufall habe ich dieses Buch entdeckt. Vor allem der Buchtrailer hatte es mir direkt angetan und ich durfte das Buch dank des Verlages lesen. Vielen Dank an dieser Stelle!

Ich möchte an dieser Stelle noch erwähnen, wie gut mir sowohl Cover als auch die Gestaltung des Buches insgesamt gefallen haben. Auf jeden Fall ein Hingucker im Regal.

Will lebt in einer einsamen Welt. Er lebt mit seinen Freunden in einer WG, ständig wechseln sie ihren Wohnsitz, um sich so vor Optigenio zu verstecken. Will und seine Freunde wurden von dieser Firma genetisch“hergestellt“, nach einer genauen Anleitung ihrer Eltern. Doch sie alle wurden nicht „perfekt“ und somit haben ihre Eltern dann von ihrem Rückgaberecht Gebrauch gemacht. Will hat eine schwere Zeit hinter sich, er möchte einfach seine Ruhe haben und ein bißchen Normalität. Doch so einfach ist es für Will einfach nicht…

Der Schreibstil der Autorin war angenehm zu lesen und passt zur doch düsteren und spannenden Atmosphäre der Geschichte. Ich finde die Autorin trifft genau den richtigen Ton, auch für die Charaktere. Das Setting der Welt ist Endzeit. Nach einem Krieg in Berlin ist das Land atomar verseucht. Die meisten Häuser sind verlassen, die Bewohner in sichere Gebiete umgesiedelt. Will lebt mit seinen Freunden häufig in den geräumten Gebieten, sie tragen Warngeräte, die ihnen anzeigen, wann die Strahlung zu gefährlich für sie ist.

Als Will erfährt, dass Optigenio und auch sein „leiblicher“ Vater auf der Suche nach ihm sind, verlässt er seine sichere Wohngemeinschaft um seine Mitbewohner so zu schützen. Er zieht alleine durchs Land und sucht eine sichere Bleibe. Er trifft unterwegs auf allerlei Gefahren, aber auch auf neue Verbündete.

Der Verlauf der Geschichte ist spannend und die Wendungen hat die Autorin gut umgesetzt. Die Charaktere entwickeln sich stark und wachsen an ihren Erfahrungen. Das mochte ich sehr. Für seine 16 Jahre ist Will sehr reif, natürlich kommt das von seinen Erfahrungen in diesem düsteren Weltenentwurf. Er schützt sich indem er am liebsten allein ist und seine Games spielt, diese Welt ist für ihn noch in Ordnung. Im Übrigen verdient er damit das nötige Geld für sein Überleben.
Doch auch er kann vor seinen Genen nicht davon laufen, denn insgeheim ist er ein mutiger Charakter, der egoistisch handelt um andere Menschen zu schützen. Auch, wenn ihm selbst das nicht klar ist.

Mit hat tatsächlich der Bösewicht am besten gefallen. Die Autorin fügt regelmäßig die Sicht des Jägers in Abschnitten ein. Dadurch bekommt dieser für den Leser ein „Gesicht“. Ich mag es immer, wenn auch die Bösewichte zu Wort kommen. Und dieser hier ist wirklich sehr fies und todbringend.

Fazit

Mir hat dieser Einzelband wirklich gut gefallen. Spannend und mit interessante Charakteren ausgestattet auf jeden Fall ein Lesegenuss.

Von mir bekommt diese Geschichte 5 von 5 Salatköpfen.

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